Offene Forderungen kosten Nerven und Liquidität. Ein professionelles Mahnwesen sorgt dafür, dass Sie schneller an Ihr Geld kommen – ohne die Kundenbeziehung zu gefährden.

Die 3 Eskalationsstufen

Stufe 1: Freundliche Zahlungserinnerung (Tag 1-3 nach Fälligkeit)

Ton: Freundlich, verständnisvoll Annahme: Rechnung wurde übersehen

„Guten Tag Herr Müller, vermutlich ist unsere Rechnung vom 15.02. einfach untergegangen. Könnten Sie bitte zeitnah den Betrag überweisen? Vielen Dank!“

Keine Kosten für den Kunden

Stufe 2: Erste Mahnung (7-14 Tage nach Fälligkeit)

Ton: Bestimmt, aber sachlich Annahme: Zahlungsschwierigkeiten möglich

„Leider haben wir trotz Zahlungserinnerung noch keinen Zahlungseingang festgestellt. Bitte begleichen Sie den Betrag bis zum [Datum]. Bei Problemen melden Sie sich gerne.“

Optional: Mahngebühren (5-10 €)

Stufe 3: Letzte Mahnung (21-30 Tage nach Fälligkeit)

Ton: Ernst, mit konkreten Konsequenzen

„Dies ist unsere letzte Mahnung. Sollte der Betrag nicht bis zum [Datum] eingehen, werden wir ein Inkassobüro einschalten / rechtliche Schritte einleiten.“

Mahngebühren: 10-15 € Verzugszinsen: 9% über Basiszinssatz (B2B) / 5% (B2C)

Nach Stufe 3: Inkasso oder Mahnbescheid

Inkassobüro beauftragen

  • Kostet 15-25% der Forderung
  • Professionelles Vorgehen
  • Sie sind raus aus der Kommunikation

Gerichtliches Mahnverfahren

  • Günstiger als Inkasso
  • Offizieller Mahnbescheid
  • Bei Widerspruch: Gerichtsverfahren

Die richtige Timing-Strategie

Zu früh mahnen: Verärgert gute Kunden Zu spät mahnen: Forderung wird schwieriger eintreibbar

Empfohlener Ablauf:

  • Tag 0: Rechnung mit 14 Tagen Zahlungsziel
  • Tag 17: Freundliche Zahlungserinnerung
  • Tag 25: Erste Mahnung
  • Tag 35: Zweite/Letzte Mahnung
  • Tag 45: Inkasso/Mahnbescheid

Verzugszinsen richtig berechnen

Formel: (Forderungsbetrag × Zinssatz × Tage im Verzug) / (365 × 100)

Beispiel: 1.000 € Forderung, 30 Tage überfällig, 9% Verzugszinsen = (1.000 × 9 × 30) / 36.500 = 7,40 €

Mahngebühren: Was ist erlaubt?

Pauschalgebühren:

    1. Mahnung: 5 €
    1. Mahnung: 10 €
    1. Mahnung: 15 €

Plus: Verzugszinsen und tatsächliche Aufwendungen

Nicht erlaubt: Überhöhte Fantasiegebühren

Tipps für schwierige Fälle

Der zahlungsunwillige Kunde

Bleiben Sie sachlich, dokumentieren Sie alles, scheuen Sie sich nicht vor rechtlichen Schritten.

Der zahlungsunfähige Kunde

Bieten Sie Ratenzahlung an – besser wenig als nichts.

Der Stammkunde mit Zahlungsproblemen

Persönliches Gespräch suchen, Lösung finden, Kulanz zeigen.